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Ein Volt für alle Schnelle

Das haben der Polestar 4 Long Range Single Motor und McDriver gemein: Beide sind Individualisten.

Der Polestar 4 tritt als SUV-Coupé mit progressivem, skandinavisch inspiriertem Design auf.

Sein auffälligstes Merkmal ist der vollständige Verzicht auf eine Heckscheibe, …

… stattdessen setzt Polestar auf eine hochauflösende Kamera und einen digitalen Rückspiegel.

Diese Lösung sorgt ja – nicht nur in McDrivers Umfeld, sondern auch in den Medien für intensiven Gesprächsstoff: Sie bietet im Fond mehr Kopffreiheit, bringt aber in Alltagssituationen Kompromisse beim Rückblick mit sich

Die Silhouette des Polestar 4 mit flachem, abfallendem Dach und rahmenlosen Seitenscheiben wirkt sportlich, das Gesamtkonzept hebt sich angenehm von Mitbewerbern wie dem Porsche Macan Electric oder Tesla Model Y ab.

Im Innenraum verbindet der Polestar 4 minimalistische, hochwertige Materialien mit nachhaltigem Ansatz: Viele Flächen sind optional vegan oder aus Recyclingmaterial gefertigt, die Verarbeitung ist durchgehend auf Premium-Niveau

Der Fahrer blickt auf ein klares Cockpit mit einem 15,4-Zoll-Touchscreen plus Fahrerdisplay und Head-Up-Display; doch viele Einstellungen und Komfortfunktionen sind ausschließlich über das Infotainmentsystem erreichbar. Das sorgt für Probleme bei der Bedienung, während gleichzeitig die Übersichtlichkeit perfekt ist. Ich denke: Besonders für Neulinge im Bereich E-Autos und digitaler Bedienung kann dies anfangs herausfordernd sein.

Das Platzangebot ist großzügig – vorne wie hinten finden auch große Erwachsene bequemen Raum, der Kofferraum fasst 526 Liter plus 15 Liter Frunk, unterliegt aber den typischen Einschränkungen eines Coupé-Hecks.

Die Fondpassagiere profitieren spürbar vom fehlenden Fenster, das Raumgefühl wird durch das große Panoramaglasdach abgerundet.

Polestar bietet den 4 in zwei Varianten an: als Single-Motor (Heckantrieb, 268 PS/343 Nm) und als Dual-Motor-Version (Allrad, 536 PS/686 Nm). Beide Varianten greifen auf ein 94 kWh-Batteriepaket zurück. Die von mir gefahrene Standard-Variante mit Single Motor dürfte für die meisten Alltagssituationen ausreichen: Beschleunigung 0–100 km/h in knapp sieben Sekunden und rund 500 km Reichweite bei zurückhaltender Fahrweise – also im Falle von McDriver reine Theorie 🙂 .

Das Fahrgefühl wird von einer guten Balance zwischen Komfort und Sportlichkeit geprägt. Das hochgewachsene SUV bewegt sich erstaunlich neutral durch die Kurven. Trotz seines Gewichts von rund 2,3Tonnen bleibt das Fahrzeug wendig und bietet eine stabile Straßenlage.

Das Lenkgefühl lässt sich individuell einstellen, wobei die normale und straffe Option nach meinem Ermessen die beste Rückmeldung liefern. Bei schneller Fahrt dringt nur wenig Abroll- und Windgeräusch in den Innenraum – ein positiver Beitrag zum Langstreckenkomfort.

Besonders im Stadtverkehr überzeugt der Polestar 4 durch die gute Sicht nach vorn und die eingängige Einpedal-Fahrfunktion. Das digital unterstützte Rückspiegelsystem erfordert zwar Gewöhnung, funktioniert nach etwas Eingewöhnung aber zuverlässig. Die Assistenzsysteme arbeiten sicher, tendieren aber teils zu unnötigen Warnungen.

Das Fahrzeug bietet ein hohes Ausstattungsniveau ab Werk: Sitzheizung, zahlreiche Assistenzsysteme, und nachhaltige Materialoptionen gehören ebenso dazu wie die Google-basierte Benutzeroberfläche. Die Schnellladefunktion erlaubt es, die Batterie in etwa 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent zu bringen.

Ich denke: Auch wenn Polestar viel richtig macht, hat das Modell seine Schwächen: Die Technik wirkt teils überfrachtet und könnte technikferne Fahrer abschrecken, da viele Einstellungen nur im Menüsystem verfügbar sind. Außerdem bleibt der fehlende Ausblick nach hinten ein Nachteil in bestimmten Alltagssituationen, etwa beim Rückwärtsrangieren bei schlechtem Wetter oder widrigen Bedingungen.

Mein abschließendes Urteil lautet: Der Polestar 4 vereint eigenständigen Stil, innovative Technik und echtes Premium-Flair. Gerade beim Fahrkomfort, der Reichweite und der Verarbeitung steht der Schwede auf Augenhöhe mit etablierten Wettbewerbern. Die mutige Rückspiegel-Lösung, digitale Bedienung und das sportliche Fahrverhalten gefallen vor allem technikinteressierten Fahrern – für Traditionalisten könnten einige Detailentscheidungen jedoch gewöhnungsbedürftig sein. Apropos Details: Hier kommen noch ein paar Aufnahmen:

Und die Preisgestaltung? „Mein“ Polestar mit Long Range Single Motor kostet 59.990 Euro, jener mit Dual Motor 59.990. Ich behaupte: Da ist angesichts des Gebotenen eine echte Ansage. Hier kommst du zu allen weiteren Modellinformationen.

Danke fürs Einbremsen auf meinem Blog und DRIVE CAREFULLY!

Dein McDriver