Volt im Überfluss: Der vollelektrtische Ford Mustang Mach-E4X im McDriver-Test

Der Ford Mustang Mach-E4X will das sportliche Image der legendären Mustang-Baureihe in die Elektrowelt übertragen, präsentiert sich aber klar als geräumiges SUV.

Mit markantem Kühlergrill, kräftiger Schulterlinie und coupéhafter Dachführung wirkt der Wagen optisch dynamisch, bleibt aber im Alltag ein Familientauglicher Crossover und kein klassisches Pony- oder Muscle Car.

Das Cockpit dominiert ein riesiger, hochkant stehender Touchscreen, der an Lösungen von Tesla erinnert und intuitiv funktioniert.

Die Platzverhältnisse sind vorne sehr großzügig, …

… im Fond schränkt das nach hinten abfallende Dach allerdings die Kopffreiheit für große Mitfahrer spürbar ein.

Das Kofferraumvolumen fällt mit 402 bis 1.420 Litern ausreichend aus. Zusätzlich punktet der Mach-E mit einem 100-Liter-Frunk, in dem zum Beispiel die Ladekabel sauber verstaut werden können.

Bei den verwendeten Materialien orientiert sich Ford eher am amerikanischen Geschmack: Die Anmutung ist solide, aber klar auf Praxistauglichkeit und weniger auf Luxus getrimmt. Die Sitze bieten akzeptablen Komfort, jedoch könnte der Seitenhalt stärker ausfallen.

Der über zwei Tonnen schwere Mach-E4X fährt sich spürbar sportlicher als die meisten Konkurrenten. Die Beschleunigung ist kräftig und das Fahrzeug springt in 5,1 bis 5,8 Sekunden auf 100 km/h, wobei die Elektronik bei 180 km/h die Geschwindigkeit limitiert. Das Allradsystem verteilt die Leistung von 351 PS und 580 Nm dynamisch, im Alltag agiert der Wagen insgesamt souverän und mit gut dosierbarer Power.

Das Fahrwerk des Mach-E ist recht straff ausgelegt. Die Lenkung vermittelt ausreichend Rückmeldung, wirkt aber teilweise künstlich leichtgängig – ein typisches Merkmal vieler aktueller E-SUVs.

Der Mach-E4X (Extended Range, Allrad) ist gemäß WLTP bis zu 540 km weit – realistisch sind unter Alltagsbedingungen und bei flotter Autobahnfahrt eher 300 bis 360 km. Der im Alltag messbare Verbrauch pendelt zwischen etwa 21 und 29 kWh/100 km, abhängig von Fahrweise, Temperatur und Streckenprofil. Die Ladeleistung fällt mit maximal 150 kW solide, aber nicht klassenführend aus. Die Ladekurve zeigt: Die volle Ladeleistung steht nur bei niedrigem Akkustand zur Verfügung, an langen Autobahn-Etappen sollten Ladepausen einkalkuliert werden.

Der Allradantrieb im Mach-E4X verteilt die erwähnten 351 PS (AWD Extended Range) auf beide Achsen und stemmt bis zu 580 Nm Drehmoment. Im Alltag fühlt sich das Auto dank des sofort verfügbaren Schubs stets kräftig an – gerade im Stadtverkehr bringt das Fahrspaß. Im Sprint von 0 auf 100 km/h sind rund 5,8 Sekunden möglich. Das Überholvermögen, etwa von 60 auf 100 km/h, überzeugt ebenfalls.

In der Praxis fällt die Reichweite deutlich niedriger aus als nach WLTP-Norm: Auch mit vollem Akku pendelt sich die echte Reichweite im Alltag – abhängig von Außentemperatur und Fahrweise – bei etwa 250–300 km ein. Positiv: Dank Schnellladesystemen ist der Mach-E4X an leistungsfähigen Säulen zügig wieder einsatzbereit, wobei die maximalen 150 kW Ladeleistung nur im niedrigen Ladestand abgerufen werden können.

Mit fünf Sitzplätzen, reichlich Platz im Fond, einem zuschaltbaren Frunk und unterstützenden Assistenzsystemen gibt sich der Mustang Mach-E4X praxistauglich. Licht und Schatten: Die Ladezeiten an Wallboxen sind eher durchschnittlich und für längere Reisen sollte die Routenplanung Ladesäulen einbeziehen, dafür punktet der Ford mit Charakter und seinem sportlich-dynamischen Ansatz.

Der Ford Mustang Mach-E4X ist ein sportliches, eigenständig gestyltes E-SUV mit ordentlicher Reichweite, kräftigem Antrieb und solide abgestimmtem Fahrverhalten. Er zeigt Charakter und punktet mit viel Platz und praktischen Ideen. Reichweite und Ladeleistung sind alltagstauglich, aber nicht klassenführend.

Mein abschließendes Urteil: Wer ein elektrisches SUV mit sportlicher Note und authentischer Mustang-Attitüde sucht, entdeckt im Mach-E4X ein spannendes Auto. Der Ford Mustang Mach-E zeigt: Es geht auch ohne V8 und Fünfliter.

Hier findest du sämtliche weiteren Informationen zu diesem Modell sowie die aktuellen Preise.
Danke fürs Einbremsen auf meinem Blog und DRIVE CATEFULLY!
Dein McDriver

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