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Was lange fährt …

… ist meistens gut. So ist es auch beim Mitsubishi Grandis, einem Klassiker, der jetzt im neuen Gewand gekommen ist. McDriver testete die Variante 1,3 Mild-Hybrid Invite um 29.990 Euro.

Der Mitsubishi Grandis ist zurück – aber ganz anders, als ich ihn in Erinnerung habe. Früher war der Grandis ein großer Van mit reichlich Glasfläche und einem Hang zur Familienlogistik. Heute steht derselbe Name auf einem 4,41 Meter langen Kompakt-SUV. Das ist ein bisserl so, als würde man einen alten Freund nach vielen Jahren treffen: vertrauter Name, deutlich veränderte Frisur.

Als 1,3 Mild-Hybrid Invite setzt der Grandis auf einen 1,3-Liter-Turbobenziner mit 140 PS und 245 Newtonmeter Drehmoment. Der Elektromotor hilft beim Anfahren, Segeln und Start-Stopp, treibt den Japaner aber nicht eigenständig weit durch die Gegend.

Der Vierzylinder geht grundsätzlich flott genug ans Werk. Mein Testwagen war der Grandis 1,3 Mild-Hybrid Invite mit 140 PS, 245 Newtonmeter Drehmoment und klassischem Sechsgang-Schaltgetriebe.

Dass Mitsubishi hier noch eine Handschaltung anbietet, freut mich. Sie lässt sich angenehm leicht bedienen, die Gänge rasten sauber ein, und die Kupplung verlangt auch im Stadtverkehr keinen kräftigen linken Oberschenkel. Wer gerne selbst schaltet, bekommt in einer zunehmend automatisierten Welt noch eine erfreulich normale Lösung.

Das Fahrwerk hat Mitsubishi angenehm gelassen abgestimmt. Kleine und mittlere Unebenheiten filtert der Grandis brauchbar weg, ohne bei schnellerer Fahrt schwammig zu werden. Eytrem sportliche Ambitionen sollte man ihm allerdings nicht andichten.

Die Lenkung arbeitet leichtgängig und macht den Wagen im Alltag handlich, liefert aber wenig Rückmeldung. Genau genommen ist das kein Nachteil: Der Grandis will kein Kurvenräuber sein, sondern ein unkomplizierter Begleiter für Familie, Einkauf, Urlaub und Wochenendausflug.

Vorne sitzt man bequem, die Bedienung gelingt größtenteils ohne langes Studium. Das zentrale Display reagiert flott, die Klimasteuerung ist sinnvoll erreichbar, und für die Assistenten gibt es eine praktische Individualfunktion.

Weniger überzeugt haben mich die einfache Rückfahrkamera und die teils harten Kunststoffe im Fond. Auch hinten wird es für sehr große Erwachsene auf langen Strecken enger, als die Außenmaße vermuten lassen.

Seine Stärke spielt der Grandis beim Stauraum aus. Die um bis zu 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank erlaubt die Wahl zwischen Beinfreiheit und Gepäckvolumen. Im Mild-Hybrid passen bis zu 576 Liter hinter die Heckklappe, bei umgelegten Rücksitzen sind es bis zu 1.682 Liter. Das genügt für Kinderwagen, Urlaubsgepäck und die unvermeidlichen Dinge, die man „sicherheitshalber“ noch mitnimmt. Die Anhängelast von bis zu 1.500 Kilogramm ist ebenfalls erfreulich alltagstauglich.

Natürlich ist das kein vollkommen eigenständiger Mitsubishi. Die technische Nähe zum Renault Symbioz lässt sich weder leugnen noch wegdiskutieren. Das muss aber kein Problem sein: Die Basis ist modern, das Konzept schlüssig, und Mitsubishi ergänzt es mit eigener Front, eigenem Heck sowie einer langen Garantie. Entscheidend ist sowieso, ob das Gesamtpaket passt.

Mein Fazit: Der Grandis Mild-Hybrid Invite ist ein vernünftiges Familien-SUV ohne falsche Versprechen. Er fährt angenehm, bietet viel Variabilität und ausreichend Leistung. Gegen ihn sprechen das etwas emotionsarme Fahrgefühl, der begrenzte Raum im Fond und ein Mildhybrid-System, das beim Sparen keine Wunder vollbringt. Wer aber ein geräumiges, unkompliziertes und komfortables Auto für den Alltag sucht, sollte dem neuen Grandis eine Probefahrt gönnen.

Und hier kommst du zur Preisliste und zu weiteren Infos zum neuen Mitsubishi Grandis.

Danke fürs Einbremsen auf meinem Blog und DRIVE CAREFULLY!

Dein McDriver