Bei den reinen Elektroautos gibt Toyota jetzt mächtig Gas – pardon, Strom. McDriver beschäftigt sich mit dem TOYOTA C-HR+ BEV AWD Lounge ECV.

Der Toyota C-HR+ trägt einen bekannten Namen, hat mit dem Hybrid-C-HR aber technisch kaum etwas gemein. Er steht auf einer reinen Elektroplattform, ist deutlich größer und in der Lounge-Version mit Allradantrieb alles andere als untermotorisiert. 343 PS, zwei E-Maschinen und 5,2 Sekunden auf 100 km/h: Das klingt eher nach Sportgerät als nach vernünftigem Kompakt-SUV.

Auf der Straße wirkt der Toyota aber erfreulich gelassen. Schon nach wenigen Kilometern merke ich: Die Leistung ist da, doch der C-HR+ drängt sie mir nicht pausenlos auf. Beim Überholen oder Auffahren auf die Autobahn genügt ein Druck aufs Pedal, und der knapp über zwei Tonnen schwere Toyota schiebt kraftvoll und sehr leise an. Der Allradantrieb (AWD) sorgt dabei für souveräne Traktion.

Dass bei 180 km/h Schluss ist, dürfte im österreichischen Alltag wohl gut zu verschmerzen sein.

Das Fahrwerk hat Toyota gut abgestimmt. Es ist eher straff, verliert aber auch auf schlechteren Straßen nicht die Contenance. In Kurven bleibt der C-HR+ erstaunlich ruhig, die Lenkung arbeitet präzise, liefert mir aber wenig Rückmeldung. Für den flotten Ausflug auf die Landstraße reicht das allemal. Ein Sportwagen im SUV-Kostüm will der Toyota dennoch nicht sein. Er fährt sicher, komfortabel und sehr unaufgeregt – und genau das kann im Alltag ein Vorteil sein.

Im Lounge sitzt man vorne bequem (Nomen ist eben Omen ;- ) und findet sich rasch zurecht.

Der 14-Zoll-Bildschirm dominiert das Cockpit, doch Toyota hat erfreulicherweise Drehregler für Temperatur und Lautstärke stehen lassen. Weniger gelungen ist die Position des kleinen Fahrerdisplays: Je nach Lenkradeinstellung verdeckt der Kranz wichtige Informationen. Das Sky&Sound-System bringt das große Glasdach und die JBL-Anlage mit. Letztere macht ordentlich Druck, ohne den Innenraum zur fahrenden Diskothek zu machen.

Hinten geht es für zwei Erwachsene in Ordnung, die abfallende Dachlinie fordert bei sehr großen Passagieren jedoch ein bissl Tribut.

Der Kofferraum fasst 416 Liter – ausreichend für den Alltag, aber nicht überragend. Wenn du regelmäßig mit viel Gepäck und/oder Kinderwagen unterwegs bist, solltest du eventuell genau nachmessen.

Der 77-kWh-Akku ermöglicht im AWD laut WLTP rund 507 Kilometer. Realistisch ist das natürlich abhängig von Temperatur, Tempo und rechter Fußstellung. Die Ladeleistung von maximal 150 kW ist solide, aber kein Klassenrekord: Von zehn auf 80 Prozent sollen unter passenden Bedingungen etwa 28 Minuten vergehen. Für die große Urlaubsflucht braucht es daher etwas mehr Ladeplanung als bei manchen 800-Volt-Konkurrenten.

Mein Fazit: Der C-HR+ AWD Lounge ist ein schicker, sehr kräftiger und angenehm leiser Elektro-Toyota. Er überzeugt mich mit seiner stabilen Straßenlage, guter Verarbeitung und hoher Alltagssouveränität. Abstriche gibt es bei Kofferraum, Kopffreiheit hinten und Ladeleistung.

Aber damit könnte ich, McDriver, leben. 🙂

Weitere Infos zum Toyota C-HR+ gibt’s hier bei Toyota. Ab 35.990 Euro samma dabei.

Danke fürs Einbremsen auf meinem Blog und DRIVE CAREFULLY!
Dein McDriver

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