Die verzauberten Brüder: McDriver vergleicht Omoda 5 und Jaecoo 7.

Weil ich sehe, dass du bereits zu Beginn meines Vergleichstestberichts zappelig bist, hier das Ergebnis meiner Testfahrten mit Omoda 5 und Jaecoo 7: Für mich sind das zwei chinesische Brüder mit deutlich unterschiedlichem Charakter: Der Omoda gibt den schmucken, kompakten Stadt- und Pendel-SUV, der Jaecoo tritt eine Nummer erwachsener auf und hat mit seinem Plug-in-Hybrid die längere Reise im Blick.


„Omoda“ und „Jaecoo“ – zwei Namen, die man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen muss. Beide gehören zum chinesischen Chery-Konzern, aber sie wollen unterschiedliche Käufer abholen. Der Omoda 5 schaut mit seiner coupéhaft abfallenden Dachlinie, dem dominanten Grill und den schmalen Leuchten auffälliger aus. Er ist rund 4,40 Meter lang, macht sich im Stadtverkehr angenehm handlich und will eher Emotion als Vernunftauto sein.

Der Jaecoo 7 misst mit etwa 4,50 Metern merklich mehr, trägt eine kantige Karosserie und gibt sich – ich sage es vorsichtig – ein bisserl wie ein kompakter Luxus-Offroader. Das steht ihm gar nicht schlecht, auch wenn ich bei manchen Ansichten an bekannte britische Vorbilder denke.

Im Omoda sitze ich tiefer und mehr Pkw-artig, …



… im Jaecoo deutlich SUV-hafter.


Beide Innenräume machen auf den ersten Blick einiges her: große Bildschirme, ordentliche Materialauswahl an den sichtbaren Stellen und viel Ausstattung sollen die noch junge Markenbekanntheit kompensieren.



Beim Omoda gefällt mir die klare, moderne Gestaltung besser als die etwas verspielte Außenhaut. Trotzdem bleibt er im Fond und besonders beim Kofferraum eher ein Kompakter: Rund 300 Liter Gepäckraum sind für zwei Personen ausreichend, für Familienurlaub samt Kinderwagen aber möglicherweise zu wenig.

Der Jaecoo hat hier die besseren Karten. Seine aufrechtere Form schafft ein luftigeres Raumgefühl und erleichtert das Einsteigen hinten. Er ist kein Raumwunder, aber eindeutig das passendere Auto, wenn regelmäßig mehr als zwei Personen mitsamt Gepäck mitfahren. Die hohe Sitzposition ist angenehm, die Übersicht nach vorne gut.

Beim Antrieb trennen sich die Wege besonders deutlich. Der Omoda 5 ist je nach Markt als Benziner, Hybrid oder Elektroauto vorgesehen. Als E5 fährt er mit 204 PS starkem Frontmotor, 61‑kWh‑Batterie und offiziell bis zu 430 Kilometern Reichweite vor. Der Spurt von null auf 100 km/h dauert ungefähr 7,6 Sekunden – flott genug für den Alltag, ohne sportliche Ambitionen vorzutäuschen.

Sein Fahrwerk ist eher straff abgestimmt; auf guten Straßen wirkt er stabil und unkompliziert, auf schlechten Passagen dringt aber spürbar mehr Bewegung in den Innenraum als mir lieb ist. Beim DC-Laden liegt er mit bis zu 130 kW nicht an der Spitze, aber ein Ladestopp von zehn auf 80 Prozent in etwa einer guten halben Stunde ist für einen Pendler – wie McDriver – durchaus brauchbar.

Der Jaecoo 7 setzt als Plug-in-Hybrid auf die andere Lösung: 1,5‑Liter‑Turbo-Benziner, 204‑PS‑Elektromotor und 18,4‑kWh‑Batterie. Damit sind laut Norm knapp über 90 Kilometer elektrisch möglich. Im Alltag hängt das natürlich von Temperatur, Tempo und rechter Fußhaltung ab.

Wer zuhause oder am Arbeitsplatz laden kann, fährt viele Pendelwege tatsächlich elektrisch. Ist der Akku leer, steigt der Benzinverbrauch aber naturgemäß; im Test wurden rund 5,8 Liter auf 100 Kilometer gemessen. Positiv: Der Jaecoo kann mit bis zu 40 kW Gleichstrom laden, was bei Plug-in-Hybriden keineswegs selbstverständlich ist.

Auf der Straße gefällt mir der Jaecoo 7 trotz seines höheren Gewichts als entspannter Begleiter. Der E-Antrieb schiebt beim Losfahren sauber an, das System arbeitet im Normalbetrieb meist unaufgeregt. Wenn viel Leistung gefordert wird oder der Akku schwächelt, meldet sich der Benziner allerdings hör- und spürbar zu Wort. Die angegebene Systemleistung klingt nach viel, der 0‑auf‑100‑Sprint in 8,5 Sekunden ordnet ihn aber realistisch als komfortablen Cruiser ein. Der Omoda lenkt williger ein und fühlt sich agiler an, der Jaecoo fährt gelassener und erwachsener.


Mein Schlussstrich: Ich würde den Omoda 5 wählen, wenn Design, kompakte Abmessungen und ein überschaubarer Pendelalltag im Vordergrund stehen. Er ist der jugendlichere der beiden und als Elektroauto interessant, wenn die Ladegewohnheiten passen.
Zum Jaecoo 7 greife ich, wenn ich öfter mit Familie, Gepäck oder auf längeren Strecken unterwegs bin und regelmäßig laden kann. Dann spielt sein Plug-in-Konzept seine Stärken aus. Ich denke: Beide Autos zeigen ziemlich deutlich: Die neuen chinesischen Marken kommen nicht mehr als Exoten zum Zuschauen, sondern als ernsthafte Alternativen zum Mitfahren.

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Danke fürs Einbremsen auf meinem Blog und DRIVE CAREFULLY!
Dein McDriver

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