Alfa Romeo präsentiert mit dem Alfa Junior Ibrida INTENSA 1.2 145PS Hybrid eDCT6 ein poetisches Gesamtwerk. McDriver gab sich der Muse hin.

Ich, McDriver, behaupte: Der Alfa Junior ist genau das Auto für Menschen, die sich ein emotionales Design wünschen, aber im Alltag nicht unbedingt ein volles Elektroauto fahren wollen.

In meinem Test outete sich der kompakte Crossover wie eine Art „Einstiegs-Alfa“: stilistisch klar erkennbar, technisch bewusst vernünftig ausgelegt.

Mit gut 4,1 Metern Länge reiht sich der Junior ins Boom-Segment der kleinen SUV ein, optisch schlägt er aber eine sehr eigenständige Linie. Die Front mit den typischen Alfa-Scheinwerfern und der markanten Scudetto-Nase lässt ihn im Verkehr sofort herausstechen, ohne übertrieben laut aufzutreten.

Innen wirkt der Junior weniger verspielt, eher fahrerorientiert: tief integriertes Kombiinstrument, ein zum Fahrer gedrehter Bildschirm und klar gezeichnete Bedienelemente sorgen für ein klassisch angehauchtes Cockpit, das trotzdem alle aktuellen Assistenz- und Infotainment-Funktionen an Bord hat.

In Reihe zwei reicht der Platz für zwei Erwachsene aus, sofern in der ersten Reihe keine „Longini“ sitzen – und in den zweiten Reihe ebenso.

Der Kofferraum liegt mit rund 415 Litern auf Segmentniveau und ist damit durchaus alltagstauglich – vom Einkauf bis zum Wochenendtrip.


Herzstück des Ibrida ist ein 1,2‑Liter‑Dreizylinder‑Turbo, der zusammen mit einem 21‑kW‑Elektromotor auf 145 PS Systemleistung kommt. Die Kraft geht über ein sechsstufiges Doppelkupplungsgetriebe (eDCT6) an die Vorderräder.

Im Fahrbetrieb fällt auf, dass das System sauber miteinander arbeitet, aber bewusst nicht auf maximale Dynamik getrimmt ist. Aus dem Stand setzt sich der Junior zügig in Bewegung, der Elektromotor hilft vor allem beim Anfahren und Rangieren, wodurch der Dreizylinder im Stadtverkehr öfter im Hintergrund bleiben darf oder ganz abschaltet.

Auf der Landstraße fühlt sich der Hybrid ausreichend kräftig an, aber nicht sportlich im klassischen Alfa-Sinn. Überholmanöver gelingen mit etwas Planung problemlos, wirklich „hektisch“ ist der Junior nie. Die offiziellen Verbrauchswerte von gut fünf bis sechseinhalb Litern auf 100 km wirken realistisch – und ein „bisserl mehr“ darf’s immer sein.

Das Fahrwerk ist eher straff ausgelegt, wie man es von der Marke erwartet. Schnelle Richtungswechsel und Kurven mag der Junior, gleichzeitig werden Querfugen und schlechte Beläge aber deutlicher durchgereicht, als es manche Comfort‑Konkurrenten tun.


Die Lenkung arbeitet angenehm direkt, vermittelt ausreichend Gefühl und passt zum sportlichen Anspruch des Designs, ohne nervös zu werden.

Im dichten Stadtverkehr hilft der elektrische Anteil spürbar beim Anfahren und Rangieren, Parkmanöver gelingen fast lautlos, solange die Batterie des 48‑V‑Systems Kapazität hat. Auf der Autobahn zeigt sich der Alfa Junior akustisch gut gedämmt, Wind- und Abrollgeräusche bleiben selbst bei Richtgeschwindigkeit im Rahmen, der Dreizylinder drängt sich nur beim kräftigen Beschleunigen nach vorne. Bei der Sicherheits- und Assistenztechnik ist der Junior auf dem aktuellen Stand.

Im Alltag ergibt das einen Crossover, der nicht nur gut aussieht, sondern auch im Stau, beim Pendeln und auf längeren Etappen gelassen bleibt.

Der Alfa Junior Ibrida INTENSA 145 PS ist kein Sportgerät für Trackdays, sondern ein stilbewusster Allrounder mit leicht sportlichem Einschlag. Wer vom Namen Alfa Romeo ein hochdrehendes Triebwerk und kompromisslose Härte erwartet, wird den Junior vielleicht als zu vernünftig empfinden – alle anderen bekommen ein charaktervolles, kompaktes SUV, das Design, Effizienz und Alltagstauglichkeit ziemlich gut verbindet.

Mein Testwagen kostete 36.300 Euro, mit den diversen Optionen summa summarum 37. 653 Euro. Weitere Infos zum Alfa Junior Ibrida findest du hier.

Danke fürs Einbremsen auf meinem Blog und DRIVE CAREFULLY!
Dein McDriver

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