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Der Pferdeflüsterer

McDriver wiehert über den Ford Mustang 5.0 V8

autoblog-austria: Lieber McDriver, du bist gerade den Ford Mustang gefahren. Bevor wir auf dein Testauto eingehen: Wiehere mal einige grundlegenden Informationen über den Mustang. Der Wagen ist ja legendär, oder?

McDriver: Allerdings. Zum Thema Ford Mustang lässt sich eine ganze Menge wiehern. In aller Kürze: Der Mustang ist ein Kultauto. Seit 1964. Entsprechend groß und honorig ist seine Familie. Hier hast du eine kleine Auswahl der Familienmitglieder. Der Clan heißt übrigens ganz offiziell “Speed Family Mustang”:

autoblog-austria: Das Wort “Kultauto” bezieht sich sicher auch auf seine Verkaufszahlen, oder?

McDriver: Natürlich. Stell dir vor: Im Verlauf der letzten 50 Jahre war der Ford Mustang der meistverkaufte Sportwagen der USA. Und im Jahr 2016 war er mit über 150.000 verkauften Einheiten sogar der meistverkaufte Sportwagen der Welt. 45.000 Exemplare wurden außerhalb der USA geordert, was einem Zuwachs des Marktanteils von 101 Prozent außerhalb der Vereinigen Staaten entspricht.

autoblog-austria: Wie schaut es bei uns in Europa aus – und im Speziellen in Österreich?

McDriver: In Europa ist der Mustang besonders erfolgreich. Im Vorjahr wurden insgesamt 15.335 Exemplare von Kunden bestellt. In Österreich wurden 2016 exakt 267 Exemplare des Sportwagens verkauft.

autoblog-austria: In welchen Versionen gibt es den Mustang?

McDriver: Der Ford Mustang steht in zwei Karosserievarianten zur Auswahl – als Fastback und als Convertible, sprich Cabrio. Zudem sind zwei Motorisierungen verfügbar, der 5,0-Liter-V8-Motor mit 422 PS und der 2,3-Liter-EcoBoost-Turbovierzylinder mit 317 PS. Darüber hinaus haben Kunden je nach gewünschtem Fahrzeug die Wahl zwischen einem manuellen 6-Gang-Schaltgetriebe und einem Automatikgetriebe.

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autoblog-austria: Wenn ich die Bilder der Speed Family Mustang betrachte, muss ich zugeben, dass mir die aktuelle Version optisch am besten gefällt. Und das liegt nicht nur an den 50 Jahren, die seit seiner Geburt vergangen sind.

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McDriver: So geht es mir auch. Der neue Mustang hat eine unmissverständliche und ganz individuelle Formensprache. Von rund bis kantig. Das war früher nicht so.

Und: Der Mustang kommt auf der Straße bei den Leuten extrem gut an. So viele Thumbs up wie auf der Straße mit diesem Ford-Sportwagen habe ich noch selten mit einem Testauto bekommen.

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autoblog-austria: Wie man hier sieht, interessieren sich nicht nur die Menschen für den Ford Mustang …

McDriver: Klar, dass der Auftritt des Ford Mustang innerhalb der alt eingesessenen Mustang-Familie auf der Pferdekoppel für viel Gesprächsstoff sorgt. Es war ein langes Gespräch.

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autoblog-austria: Und konntest du mithören? Was bespricht man so von Mustang zu Mustang?

McDriver: Viel konnte ich nicht hören, denn das Wiehern des Einen und das Motorengeräusch des Anderen bildeten eine extreme Geräuschkulisse. Aber eines ist sicher: Es war ein Streitgespräch. Ich habe mitbekommen, wie der schwarze Mustang den roten einen “Angeber” nannte.

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autoblog-austria: Angeber? Warum das?

McDriver: Es ging wohl darum, wer der Stärkere von beiden ist. Der Rote hat damit geprahlt, dass er den Schwarzen 422 mal “in den Sack steckt”. Weil dieser ja nur 1 PS hat. Er sagte: “Da vorne, da passt du 422 mal rein.” Damit meinte er wohl seine riesige Motorhaube.

Daraufhin hat der Schwarze misstrauisch begonnen, am Körper des Roten herumrumzuschnüffeln. Der war wohl skeptisch. Schau …

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autoblog-austria: Ja, ich sehe. Jetzt weiß ich, was ein Pferdeflüsterer ist. Geht offensichtlich auch ohne Robert Redford. Obwohl der auch “Ford” im Namen trägt. Haha, der war gut, oder?

O.k., o.k., dann halt nicht. Machen wir weiter. Also: Der Ford Mustang hat 422 PS? Was ist das für ein Motor, der soviel Kraft liefert?

McDriver: Das ist ein 5.0 V8-Motor. Seine immense Power bringt er schon von ganz unten heraus. Beim Beschleunigen streben Drehzahlmesser und Tacho mit beeindruckender Geschwindigkeit in Richtung Anschlag. Von null auf 100 in 4,8 Sekunden. Bei Tempo 250 schreitet die Elektronik ein.

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Das Faszinierende ist aber die Geräuschentwicklung. Der Mustang blubbert schon im Stehen so laut und unverschämt, dass sich die Leute auf der Straße nach ihm umdrehen. Vom Fahrbetrieb ganz zu schweigen. Immer wieder ist man als Pilot versucht, das Gaspedal ein wenig zu “streicheln”, damit der Motor wieder blubbert.

autoblog-austria: Und wenn man so durch die Gegend blubbert, wie fühlt man sich im Wageninneren?

McDriver: Das hängt davon ab, wo man sitzt. Wieher. Vorne ist es ein Gedicht! Super eng anliegende Recaro-Halbschalen, ausreichend Beinfreiheit und gute Übersicht über die Instrumente. Da wurde übrigens viel Wert gelegt auf Retro-Look. Das passt zu einem Kultauto wie dem Ford Mustang.

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Hinten gibt es zwei weitere Sitze, die ich für längere Strecken nicht empfehlen würde. Nicht, dass die Sitze unbequem wären, aber die Beinfreiheit ist eine Pein. Für Kinder voll o.k., für Erwachsene wohl nur im Notfall. Offiziell ist der Mustang jedenfalls ein Viersitzer. Bei seiner Außenlänge von fast 4,80 Metern geht eben viel Platz drauf für die Motorhaube. Aber das ist letztlich ja eines der Design-Highlights beim Ford Mustang.

Zur Standardausstattung gehören Alarmanlage mit Innenraumüberwachung, Berganfahrassistent, Brembo-Bremsen, Tempomat, automatisch abblendender Innenspiegel, Polster- Lenkrad- und Schaltknaufbezüge in Leder, Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Regensensor, Xenon-Scheinwerfer, 19-Zoll-Leichtmetallräder und Alupedale.

autoblog-austria: Wie schaut’s mit dem Getriebe aus? Den Mustang gibt es ja als Automatik und als Schalter. Wie ich auf dem Bild sehe, hattest du die Schaltversion …

McDriver: Ja, den Schalter mögen eingefleischte US-Sportwagen-Fans zwar als un-amerkanisch bezeichnen, aber er enttäuscht keineswegs. Knackiger und direkter geht’s nicht. Wobei die Schaltarbeit einer gewissen Kraftanstrengung bedarf, aber das stört keineswegs.

autoblog-austria: Wie fährt sich der Mustang denn in der Stadt?

McDriver: In Bezug auf den oben erwähnten Blubber-Effekt natürlich hervorragend. Ein Kritikpunkt ist sicher die Sicht nach außen. Wenngleich wir ja hier nicht von einem kleinen Stadtflitzer sprechen.

autoblog-austria: Erklär mal näher …

McDriver: Das Manövrieren ist schwierig. Ohne die Rückfahrkamera etwa wäre man beim Einparken ziemlich hilflos. Und weil die Sicht nach vorne nicht viel besser ist als die aus dem Heckfenster, wären Abstandssensoren für die Bugschürze eigentlich wünschenswert.

autoblog-austria: Wie (un-)ökonomisch ist man eigentlich unterwegs mit dem Achtzylinder-Geschoß?

McDriver: Eine heikle Frage. Bei mir zeigte der Bordcomputer immer zwischen 14 und 16 Liter …

autoblog-austria: Lieber McDriver, bitte gib uns abschließend noch Infos zur Technik und zu den Preisen!

McDriver: Hier ist die Info-Broschüre: Katalog_Ford_Mustang.

Und hier sind die Preise: Preisliste_Ford_Mustang

Den Ford Mustang V8 gibt’s schon für 58.300 Euro. Ich muss zugeben: Das hätt ich nicht gedacht.

autoblog-austria: Lieber McDriver, danke fürs Gespräch!

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1 thought on “Der Pferdeflüsterer

  1. Nach langer Zeit, die Anekdote dazu vom Fotografen. Dem Pferd mit dem Namen ‘Flo’ war das schöne rote Auto so was von egal – es war nichts zu machen, Flo ging nur brav an der Zügel rundherum. Also haben wir ein ‘Pferde-Leckerli’ (wie ein großes Keks) auf die Seitenleiste und auf die Motorhaube zerbröselt und dann Flo hingezerrt. Auf der Seitenleiste war das für Flo zu wenig, auf der Motorhaube hat er brav geschnuppert und geleckt. Wir konnten einige brauchbare Bilder davon machen. (siehe oben). Eine halbe Stunde später, im Vorbeigang – naaaah, bitte ned… jetzt hat das Pferd die Kühlerhaube zerkrazt !!! oder was ist das? Mit viel Wasser haben wir dann den schleierförmig getrockneten Pferde-Speichel wieder komplett entfernt. Der Mustang glänzte wieder wie vorher!

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